Schildkröten News

Aktuelle Informationen aus dem Camp Moteloy

Das Jahr 2014 in Moteloy

Dieses Jahr ist so viel passiert...alles in allem war es für Moteloy ein gutes Jahr. Am Anfang des Jahres stand der Bau des Tempels – und auf menschlicher Ebene war uns der Bau mit all seinem Ringen eine große Lehre. Der Tempel wurde eingeweiht und gab in diesem Jahr vielen schönen Zeremonien Heimstatt. Uns beschäftigte immer wieder der Gedanke was wir mit Moteloy und der Abholzung machen sollen. Das Thema ging uns beiden in unterschiedlicher Weise sehr an die innere Substanz. Wir kamen zu dem Schluss, dass es etwas sehr Kostbares ist, was uns die Erde mit diesem Stück Regenwald schenkt und wir beschlossen, so weit uns möglich, es weiterhin zu schützen und zu erhalten.

Auffällig viele Geschwister und Paare besuchten in diesem Jahr Moteloy. Arbeiteten an spirituellen, weltlichen und aber auch an körperlichen Themen.Im Mai zogen die Katzengeschwister Arabella und Gustav zu uns. Gustav starb leider nach 3 Monaten.Eine Reise in den Norden zeigte uns ein ganz anderes Peru, als wir es von Cusco und Machu Picchu her kannten. Heisse Quellen, unberührte Täler, der dritthöchste Wasserfall, eine Höhle von 700m Tiefe und Mumien – erstaunlich, wie der Geist des Menschen seinen Abdruck auf diesen sterblichen Überresten gelassen hat. Einige Reiseimpressionen setze ich noch auf unsere Homepage.Wir fanden einen Hersteller der Regenwaldmedizin, der unter westlichen Kriterien Medizin herstellt, die auch unsere Besucher mitnehmen können, um zu Hause mit der Behandlung fort zu fahren.(www.takiwasi.com)

Stephan Germuth hat dieses Jahr mit seinem Projekt „nachhaltig produziertes Rosenholzöl“ begonnen. Die Idee war, den Bauern weitere Einkommensquellen zu schaffen. Einkommensquellen, die die Basis ihres Lebens, den Urwald erhalten. Gerhard Benz von Primavera life besuchte uns mit seiner Frau und überzeugte sich von den Gegebenheiten. Mit Bill Parks von Eco-Ola bahnt sich möglicherweise eine Zusammenarbeit an. Er setzt in seinem Anbau auf seinen Feldern in Mazan Perma-Kultur ein. Ein Kreislauf von Geben und Nehmen mit sinnstiftenden lebens- und naturnahen Strukturen. Perma-Kultur als Technik war zwar den Inkas bekannt, aber nicht den Stämmen Amazoniens. Diese waren Wanderkulturen, wenn die Böden erschöpft waren zogen die Stämme weiter. In den traditionellen Anbaumethoden ist ein Umdenken notwendig, da sich die Lebensgewohnheiten geändert haben. Sesshaft geworden, wegen Elektrizität und Schulbildung, müssen sie lernen ihr Land zu pflegen und seine Produktivität zu erhalten. Verschiedenste Reporter von Rundfunk und Fernsehen waren da, um von der Abholzung zu berichten. Rettet den Regenwald machte einen Besuch in Tamshiyacu und in Moteloy, um sich vom Wahrheitsgehalt des Beschriebenen zu überzeugen. Melka verklagte „Rettet den Regenwald“ wegen Rufschädigung und so reiste ich nach Hamburg, um vor dem Rechtsanwalt die Richtigkeit der Behauptungen zu bezeugen. In Berlin konnten wir die Petition von „Rettet den Regenwald“ persönlich dem Umweltminister von Peru mit einem Brief von Francisco übergeben. Und Deutschland war Weltmeister.... das fällt mir gerade noch zu meinem Berlinbesuch ein – fast wäre ich nicht rechtzeitig am Flughafen gewesen, weil alle Strassen gesperrt waren.

Viele Klagen der Bauern wurden mithilfe von „Rettet den Regenwald“ aufgenommen – Bauern, denen das Land unrechtmässig abgenommen wurde konnten dadurch Anzeige erstatten. Wir kauften Handies, Laptop, Drucker, Filmcameras und mehr, um die Umweltschützer mit der nötigen Logistik auszustatten.

Dabei stellte sich die Korruption immer deutlicher dar – bis in höchste Regierungskreise. Alle Klagen werden ausgesessen – schon 3 Mal wechselte der Staatsanwalt. Das Büro des    Staatsanwalt für Umweltschutz wurde ersatzlos geschlossen und der Staatsanwalt wurde auf die Strasse gesetzt. Die SPDE(www.spde.org) musste ihr Büro in Lima schliessen. Die Bürgermeisterwahl in Tamshiyacu war ein Betrug – es waren 1500 Stimmen mehr, als bei der letzten Wahl. Der Bürgermeister, der die Wahl gewonnen hatte, wurde von Cacao Peru Norte SAC finanziert. In einem ersten Gespräch mit den Bauern – trat der Bürgermeister gemeinsam mit dem Ingenieur on Cacao Peru auf, bekannten sie, dass wenn das mit dem Kakao nicht klappe, dann würden sie dem Beispiel in Ucayali folgen und Palmöl anbauen.Melka ging mit dem Unternehmen Cacao Peru Norte SAC an die Londoner Börse – er will der weltweit billigste Produzent von Cacao werden. Dazu benutzt er geklonten Kakao. Aber auch dieser scheint die Sonne gepaart mit viel Regen, nicht zu ertragen.

Voraus gesagte Dinge, wie Prostitution und ein Zerbrechen vieler Lebensgemeinschaften, ist eingetreten. Nach wie vor ist das Thema Bildung für uns der Schlüssel zum Schutz des Waldes und der Menschen. Nur durch Kenntnisse der Kulturtechniken und der Schulung des intellektuellen Verstehens sind die Menschen aus dem Amazonasgebiet in der Lage sich dem Kommenden zu stellen. Nach wie vor müssen wir kummervoll erkennen, dass viele sich von den falschen Versprechungen des modernen Lebens einwickeln lassen.

Unsere Patenkinder...wir haben zwei neue Studenten, Fatima und Emanuel, die über Harald von der Stiftung Pro Vita ein Vollstipendium bekommen. Die Studenten mit Vollstipendium sind in ein größeres Haus gezogen, welches sicherer und zentraler, dafür aber auch teurer ist. Im Anhang findet Ihr den Jahresbericht für „Pro vita“ und für „El Puente Brücke Europa-Peru eV“ etwas detaillierter.Danke an alle Spender, durch die dies alles möglich wurde!                                                                        

Schildkrötennachrichten 2013

Da mein größtes Hindernis für die Schildkrötennachrichten die Tatsache ist, dass ich eine rundmail machen muss, habe ich mich entschieden zu einer Art Tagebuch umzusteigen....

heute wende ich mich mit einer Bitte an Euch:

In Tamshiyacu hat ein privates Unternehmen die Abholzung von 120 000 Hektar Primärregenwald geplant. 500 Hektar sind bereits umgemacht. Die Abholzung geschieht illegitim und verlief bis heute im Geheimen. Heute kam zum ersten Mal ein Bericht darüber in der regionalen Presse.

Einen Rechtsanwalt, der mit dem Schutz des Regenwaldes beauftragt ist, habe ich heute aufgesucht. Er sagte, dies sei eine bewährte Methode die Gesetzgebung in Peru zu umgehen. Die Unternehmen die Abholzen bieten dem Staat die Wiederaufforstung mit Palmöl produzierenden Palmen an. Meistens hat diese Strategie Erfolg.

Neben dem, was die Reduzierung des Regenwaldes für das Ökoambiente der Erde zur Folge hat, sind die Folgen für die Bevölkerung hier nicht auszudenken. Die Bevölkerung hier zählt zu der Ärmsten in Peru. Die Menschen leben von dem, was ihr Land erwirtschaftet, vom Fischfang und von der Jagd. Mit der Abholzung werden sich das Wasser und Tiere zurückziehen - Pflanzen, die bislang hier wachsen konnten, verlieren ihre Lebensgrundlage. Pestizide und Düngemittel werden nicht nur Wasser, Pflanzen  und Tieren verseuchen, sondern auch für neue Krankheiten bei den Menschen sorgen. Folge wird Hunger und Elend sein.

Definitiv brauchen wir Verbindungen zu Umweltschutzorganisationen und deren Unterstützung. Ich bitte Euch diese Information an Personen und Organisationen weiterzuleiten, die uns helfen könnten.

Mit herzlichen Grüßen und Dank im voraus - wir sind dankbar für jeden nützlichen Hinweis,

Angelika


Liebe Freunde von Moteloy, liebe WegbegleiterInnen                               22.7.2013

zuerst und am Anfang möchte ich allen einen herzlichen Gruß schicken und danken, allen die sich uns wieder anvertraut haben und mit uns wieder ein Stück weitergegangen sind! Francisco ist wieder in Moteloy und bereitet alles für die kommenden Gäste vor. Ich selbst werde am Donnerstag nach Peru fliegen. In der gemeinsamen zeit mit Euch haben wir wieder einmal viel gelernt und fühlen uns immer wieder gesegnet durch diese ungeheuer kostbare Möglichkeit gemeinsam mit anderen Menschen zu wachsen.Die Sommerzeit hat angefangen und hier in Deutschland werden wir mit wunderbaren Wetter und Sonnenschein verwöhnt. Deshalb werde ich, um mit Eurer freundlichen Aufmerksamkeit achtsam umzugehen, die wichtigsten Dinge voranstellen –

Vorankündigungen Zum ersten Mal seit uns Francisco in Deutschland besucht stehen die Termine vor Ende das Jahres 2013 für 2014. Wer Interesse hat an einem Seminar teilzunehmen, der melde sich doch bitte rechtzeitig an, da manche Termine schnell voll werden. Sollte es noch jemanden geben, der gern ein Seminar mit uns anbieten möchte, bitte schnell melden, damit ich schauen kann, ob und wie ich dies noch im Reiseplan unterbringen kann.

23.5-24.5.14 Lenzburg, Schweiz
28.5.-1.6.14 Schwarzwald intensiv
6.6.-9.6.14 Martfeld bei Bremen
13.6.-15.6.14 Berlin
18.6.-22.6.14 Amberg
28.6.-29.6.14 Ravensburg

Mit viel Freude schreibe ich die Termine nieder, vor allem, weil es uns gelang endlich wieder in der Schweiz ein Seminar anbieten zu können. Die Anmeldung läuft vorerst über mich. Leider konnte der gewünschte Aufenthalt on Ligurien/Italien nicht realisiert werden.

Gruppentermine in Moteloy 

23.8.-2.9.13
15.9.-27.10.13
11.11.-6.12.13
25.12.-6.1.14
Ende Juli 2014
August 2014

Gruppenreise November 2013 Die Reise im November ist organisiert Gina Gohl von Impuls & Continuum in Ravensburg. Es ist eine kombinierte Reise, d.h. Aufenthalt im Camp mit anschliessender Expedition in das Naturschutzgebiet Pakaya Samiria am Zusammenfluss des Rio Ukayali und dem Rio Maranon, dem Geburtsort des Amazonas.

Gruppenreise Juli 2014 Eine Reise im Juli 2014 wird auch eine kombinierte Reise sein – zuerst Anden und dann ein Aufenthalt im Camp. Organisation und Begleitung Uta Wittig.

Holzschnitzkurs 2014 Im August 2014 planen wir mit dem Künstler Don Lucho einen Holzschnitzkurs. Er ist ein erfahrener Holzschneider und hat auch Erfahrung darin Europäern das Holzschnitzen beizubringen.

Reisen in Planung sind, die Erfoschung des unbekannteren Nordens von Peru. 2014 wollen wir eine Reise dorthin anzubieten....Schamanen, Berge und heisse Quellen – mystische Orte etc.

Tempelbau Die Idee einen Tempel aus den gemeinsamen Energien unserer BesucherInnen zu bauen, macht uns sehr viel Freude - auch, weil uns Euer Vertrauen in ganz spezieller Weise berührt – was für ein Geschenk, in dieser Energie arbeiten zu dürfen! Francisco strebt den Bau auf Mitte Januar 2014 an. Im Moment belaufen sich die gesamten Spenden auf 1509 Euro !!!!
Der Tempel wird rund werden und soll 3 Stockwerke haben. Er wird an der Stelle gebaut, wo der jetzige Tempel steht. Die Kalkulation der Baukosten beläuft sich auf 6000 Euro. Vielen Dank an alle, die diese Idee des gemeinsamen heiligen Raumes mittragen!

Wer sich gern noch beteiligen möchte, hier noch einmal unsere Bankdaten: Kontoinhaber A. Kotzur Konto Nr. 67703003, BLZ 650 625 77
Achtung! Die IBAN habe ich leider im Spendenaufruf falsch angegeben, richtig heisst sie: IBAN: DE 16 6506 2577 0067 703003, BIC: GENODES1RRV
Verwendungszweck: Tempelbau

Baumhaus Auch konkretisiert hat sich das lang besprochene Baumhaus im hohen Marimari, worüber ich jetzt noch gar nicht mehr viel sagen möchte - ausser dass die ausführende Mannschaft sich zu konfigurieren beginnt.

Homepage und ich habe es endlich geschafft unsere Hompage neu zu überarbeiten!! Und dann hat Verena sich bereit erklärt die Texte der Homepage Stück für Stück ins Englische zu übersetzen – ich glaube sie ahnt, welch Freude sie uns damit macht. Danke Verenita!!! (Vielleicht schafft es dann Francisco auch eine spanische Version zu machen:-))

Inspirationen Zwei links möchte ich weitergeben, die mir am Herzen liegen – beide haben mich veranlasst, mich noch entschlossener für das leben einzusetzen: Der erste Link ist ein Film der „the thrive“ heisst – http://www.youtube.com/watch?v=-pRfGVHU_Qg Bestimmt kennen ihn Einige von Euch schon, ich bin ja eher immer spät mit solchen Sachen. Meines Erachtens ist er gut recherchiert und eine gute Zusammenfassung der gegenwärtigen Situation. Er lässt einen am Schluss nicht mit einem betroffenen Gesicht stehen, sondern gibt klare Anregungen, was jeder Mensch ganz konkret machen kann.

Der andere Link, den ich weitergeben möchte ist: www.gemeinwohl-oekonomie.org Ich war hier in Ravensburg bei einen Vortrag des Gründers Christian Felber aus Österreich. Die Struktur, die er vermittelt, wie im Geschäftsleben ein Umdenken und eine Umstrukurierung erfolgen kann, ist sehr interessant, inspirierend und gut gedacht. Vielleicht gibt es ja sogar einige unter Euch, die sich dieser Idee anschliessen wollen. Interessant ist nicht nur die Struktur, die er vermittelt, sondern auch, dass die Organisation in verschiedensten Ländern aktiv ist - es gibt sogar eine spanische Version. Die werde ich mit Francisco anschauen.

 

Neuigkeiten von unserem Verein El Puente Brücke Europa-Peru e.V. und El Puente del Amistad Peru (ACELPA)

Zum einen habe ich die Vereins-Homepage auf unsere Moteloy-Homepage genommen. Dank Sabine haben wir nicht nur ein neues Logo für den Verein, sondern auch den Link des Bildungsspender auf unserer homepage ein, so dass über den Bildungsspender jetzt Spenden gesammelt werden können. Da unsere Vereinsarbeit für Francisco und mich ein wichtiges Thema ist, möchte ich Euch bitten, wenn Ihr noch ein bisschen könnt, weiterzulesen.

Patenkinder Im Moment gibt es 7 funktionierende Patenschaften zu unterschiedlichen Bedingungen: 3 Jugendliche sind in einer Ausbildung in Iquitos – ?Sandro wird dieses Jahr seine Ausbildung als KFZ-Mechatroniker abschliessen. ?Eurebet und Grecia haben im Mai 2013 angefangen und lernen Buchhaltung.?Aquiles wir in seiner Ausbildung in Lima unterstützt.?Elva Lucia bekommt ab Juni 2013 Hilfe in ihrer Ausbildung zur Krankenschwester, die sie schon 2011 begonnen hat.?Liz bekommt 2 Mal im Jahr eine Hilfe zur Anschaffung von Schuluniform, Schreibzeug und und Büchern.?Leo`s Eltern bekommen eine kleine monatliche Gabe, die ihnen das Leben erleichtern soll.

Die Patenschaften konnten wir so gestalten, dass ein direkter Kontakt von Paten"kind" zu Paten von unserer Seite unterstützt wurde. Hierzu brauchen wir noch mehr spanisch sprechende Menschen, die mir bei der Übersetzungsarbeit helfen können.

Mitglieder: Wir brauchen mehr Mitglieder!! Sie können passives Mitglied ab einem Monatsbeitrag von 3,50 Euro werden und unterstützen damit unseren Verein nachhaltig. Aktive Mitglieder bringen ihre Arbeit ein und zahlen keinen Beitrag. Sie unterstützen uns konkret in der Realisation unserer Vereinsziele.

Bildungsserver: Wir sind auf dem Bildungsserver vertreten! Sie helfen uns, indem Sie über unsere homepage auf einen der über 1400 Internetmärkte gehen. Ohne Mehrkosten für Sie können Sie über Ihren Einkauf unserem Verein spenden. Bei ihrem Einkauf zweigt der jeweilige Internethandel einen gewissen Prozentsatz ab, den unser Verein als Spende erhält. Schauen Sie sich die Läden an, u.a. sind auch Amazon, Ebay und viele andere bekannte Märkte vertreten. Sie gelangen von jeder Seite unserer homepage in den Bildungsserver, wenn Sie den Button auf der rechten Leiste der Homepage anklickenl

Wiederaufforstung Die ganzen Jahre, seit der Gründung von Moteloy, haben wir gepflanzt und gepflanzt. Einerseits schnellwachsendes Gehölz, damit sich die Unterstruktur des Regenwaldes wieder so ausbilden kann, dass sich Primärgewächse wieder niederlassen wollen. Andererseits pflanzten wir Medizinpflanzen und Bäume - auch Pflanzen die immer seltener geworden waren. Viel Kraft geht in die Erhaltung und Pflege der gepflanzten Jungpflanzen und der Grenzlinien.  2011 stellte uns ein Gast Mithilfe einer großzügigen Spende 77 Hektar Land zur Verfügung zu den Vereinszwecken der Wiederaufforstung zur Verfügung. Es macht gehörig Mühe, dieses Land vor Eingriffen und Übergriffen Anderer zu schützen. Gleichzeit sind auch nicht unerheblich Grundsteuern fällig....wir lernen und wachsen an unserer Aufgabe

Einblicke und Ausblicke Wir begannen 2010 mit den Patenschaften und stiessen auf verschiedene Schwierigkeiten – der Umzug vom Land in die Stadt, in ein selbstständig organisiertes Leben, war schwierig für unsere Jugendlichen. Sie brauchten viel Begleitung und Unterstützung um sich an das Leben in der Stadt anzupassen ohne das Ziel ihrer Ausbildung aus dem Auge zu verlieren. Ausserdem stellten wir eine große Angst fest, den Ansprüchen der Welt nicht zu genügen.?2 unserer Damen wurden schwanger und brachen ihr Studium ab – jedoch nun auch mit der guten Nachricht, dass eine der Beiden, jetzt mit Kind, ihr Studium mit viel grösserer Ernsthaftigkeit wiederaufgenommen hat. Die andere junge Frau plant ihr Studium wiederaufzunehmen. Die Paten hatten glücklicherweise sehr viel Verständnis und ermöglichen eine Wiederaufnahme des Studium.

Projekt Auf lange Sicht wäre ein Haus in Iquitos für unsere Patenkinder wünschenswert. Dort könnten die Jugendlichen von einer erfahrenen Familie begleitet werden, die ihnen Hilfe und Stütze in der Bewältigung ihres Stadt-Alltags gibt. In der Stadt gibt es Häuser ab 6000 Euro - möchet man aber ein größeres, solides, zentral gelegenes Haus mit Bad, Küche und vielen Zimmern braucht man vermutlich mindestens um die 50 000 Euro. Auch denke ich an eine Basisaustattung an Möbeln und Hauswirtschaft und zur Erledigung der Hausaufgaben einen Haus-PC mit Drucker. 

Verein 2012 gründeten wir den gemeinnützigen Verein „Puente del Amistad" in Peru - einen Verein zur Selbsthilfe und Selbstorganisation mit den gleichen Anliegen wie seine europäische Schwester. Leider fehlt es derzeit an Geld, um das sich die Vereinsarbeit ordentlich konfigurieren würde. Näheres könnt Ihr bei Interesse auf der Homepage nachlesen.

Das war viel Information! Ich danke Euch für Eure Geduld, Aufmerksamkeit und Euer Interesse!Mit herzlichen Grüßen!

Angelika

 

Schildkröten-Nachrichten 2012/2

Tatsächlich haben die Nachrichten Schildkrötentempo. Zur Zeit sind die Tage im Dschungel sehr heiß, Kleider dienen lediglich als Schweissbremse und die Nächte sind frisch. Die Anzahl der Moskitos ist erträglich. Ananas hat es in Hülle und Fülle – die Menschen ernten und legen vor der Regenzeit neue Felder an. Nach so langer Zeit fällt mir der Anfang schwer.

Wenn Gäste da sind, verschlingen mich die Anforderungen, spucken mich am Ende der Zeit wieder aus. Einige Erfahrungen reicher....aber auch Einiges muss dann gemacht werden, blieb liegen – so immer wieder die Schildkröten-Nachrichten. Die Reise nach Deutschland, unsere Ankunft in Peru, die ersten Gäste.....aber jetzt hatten wir ein Pause von 2 Wochen. 1 Woche davon war Diät, was ich mir schon so lange gewünscht hatte. Nichts bringt mich schneller auf den Punkt, als die Arbeit mit den Pflanzenmedizinen. So konnten Francisco und ich in verschiedenen Dingen Klarheit gewinnen, Entscheidungen fällen, Anlauf nehmen...

Zuerst zurück nach Deutschland - An erster Stelle möchten wir all den Menschen danken, welche uns den Aufenthalt in Deutschland ermöglicht und erleichtert haben. Für uns ist ihre Bereitschaft zu Teilen, uns immer wieder Einlass zu gewähren, einen gemeinsamen Weg zu finden, die Grosszügigkeit – sehr berührend.

Wir hatten eine schöne und intensive Zeit in Deutschland – konnten mit Gruppen verschiedenster Grösse und Hintergründe neue Erfahrungen sammeln. So war es sehr spannend an dem Gemeinschaftsgefüge eines Betriebes mitzuarbeiten, mit einer Gruppe von ausschliesslich Therapeuten und Ärzten zu arbeiten, mit verschiedenen schamanischen Ausbildungsgruppen mit verschiedenen Hintergründen, sowie ehemalige BesucherInnen von Moteloy zu treffen und last but not least, wieder mit vielen Menschen einzeln zu arbeiten, ihrem Prozess weiter zu begleiten...Peter hat 2 Mal unseren Verein „El Puente – Brücke Europa Peru“ bekocht und so hatte Daniela, unsere neue Mitfrau, Gelegenheit uns und die Kochkünste Peters kennenzulernen. Sabine hatte von der Einladung bis Flugplatztransfer wieder alles in zuverlässigen Händen gehalten – einschliesslich eines Picknick zur Ankunft und eines Abschiedskuchens...lecker! Ralf hat Francisco´s Auge operiert, Udo hatte uns sein Haus zur Verfügung gestellt, so konnten wir sogar eine Woche Ferien machen und Francisco konnte den Chiemsee und die österreichischen Berge kennenlernen. Ach, ja! Und das Rutenfest natürlich....:-)Hin und wieder trudelt eine Spende ein, was für uns und alle die hier davon Nutzen haben, immer wieder besonders berührend ist, zu sehen, wer da an uns gedacht hat oder wer welche Verbindlichkeit einging...gell, Wolfi, Verena, Leonore....und eine Spende kam von Anja Aldinger, Aldinger Industries -

DANKE EUCH ALLEN!!!

Ein spezielles Dankeschön geht an unsere „Hausleut“ Familie Hoff, die trotz ihres gefüllten und erfüllten eigenen Lebens uns und unseren Gästen immer wieder ihr Heim grosszügig zur Verfügung gestellt haben. Dieses Mal mussten nicht nur wir, sondern auch mein Sohn Gabriel musste diesmal mit beherbert werden.

 

Zurück in Moteloy

In unserer Abwesenheit ist der Tukan Verenito Katharino gestorben. Die Versorgung unserer Tiere ist immer wieder ein wunder Punkt in unserer Abwesenheit. Aber die jungen Hunde und Mathias haben es überlebt. So begrüsste uns ein Rudel von 5 Hunden als wir mit meiner Tochter Ursa und ihrem Freund Sven hier ankamen. Leyka war dann gleich wieder läufig, was ein ständiges Gebuhle unter den Männern verursachte. Ursa war empört, wie sich Bobby seine Position als Chef durchzusetzen verstand und die Leyka nochmals schwängerte. Ursa´s Fürsorge ist es zu verdanken, dass es für die Hunde einige Verbesserungen gab...bsp.weise neue Fressschüsseln. UND: Jede Woche ein Bad. Sven und Ursa hatten ein ausgeklügeltes System entwickelt sie einzufangen und nach dem Bad zu belohnen. Leider waren das die letzten Bäder...., mittlerweile trauen sie sich sogar schon wieder in der Nähe des Bades auf uns zu warten, was eindeutig ein Zeichen ist, dass sie mal wieder gebadet gehören.
Mathias hat eine Freundin bekommen, Rosita – aber weder erkennen sie sich gegenseitig als Paar, noch als von der gleichen Rasse.

Francisco hat die Wiederaufforstung wieder aufgenommen und die 1500 Baumpflanzen sind bald alle gesetzt. Auf der anderen Seite sind wir am Feld anlegen, ganz traditionell – einer der Widersinnigkeiten, die mir hier ständig begegnen: Wenn Du ein Stück Urwald urbar machst, abbrennst und bepflanzt, zeigst du, dass es dir gehört....es reicht nicht, wenn es Dir auf dem Papier gehört.

Heute werden sie das Feld anbrennen. Die ganzen Tage wurde das Grundstück mit Bananen und Ananas bepflanzt. Mama Rosita und ihre Schwester Irene bereiteten Masato für diese Tage, damit die Männer viel arbeiten können. Masato ist ein traditionelles Getränk aus gekochter Yucca/ Maniok, gestampft und reingespuckt. Dann wird es 3 Tage stehen gelassen, vergärt dabei. Das wird dann den Tag über getrunken mit Zucker getrunken, nur morgens und abends gegessen. Die Männer und Frauen fühlen dabei keinen Hunger, weil das sehr nahrhaft ist. Nach dem Brennen wird gleich weiter gepflanzt, so werden die Schädlinge minimiert.

Den Tempel haben wir nicht mehr geschafft...es wäre schön gewesen. Am Sonntag kommt unser erster gehbehinderter Besuch, da hätten wir ihn gut brauchen können.
Ansonsten tröpfelt das Leben hier so vor sich hin – Am 16.9. wurde Dianas Kind geboren, Francisco´s 2. Enkel – Angel Fabiano – gesund. Leo hatte seinen 1. Geburtstag, mit lauten Tamtam und Trara.

So nun zu unseren Plänen:

Am 25. Dezember reise ich allein nach Deutschland, Francisco mag den kalten Winter (noch?) nicht. Ausserdem ist es schwierig immer wieder so lange Moteloy allein zu lassen. Es tut mir leid, für alle, die gehofft hatten, direkt mit ihm weiterarbeiten zu können.

Ich selbst werde einige Zeit in Deutschland bleiben, um einige Dinge in Ordnung zu bringen. Zum einen werde ich uns bei Familie Hoff ausziehen. Es war für lange Zeit die beste und einzige Möglichkeit nach Deutschland zu kommen. Aber meine Kinder, ich, wir brauchen einen zentralen Ort, den wir unser zu Hause nennen können. So lange mein Vater noch lebt, wird der Ort vorzugsweise Ravensburg/ Innenstadt sein. Wenn jemand ein kleine, günstige Wohnung weiss – bitte mir sagen!

In dieser Zeit werde ich arbeiten. Einerseits damit die Gelegenheit geben, an bestimmten begonnen Prozessen weiterzuarbeiten, andrerseits haben die Notwendigkeit erkannt, einen 3-jährigen schamanischen Transformationprozess anzubieten. Dieser wird die wichtigsten Grundthemen beinhalten, die jeder Mensch auf seinem Erdenweg durchlaufen, ja meistern muss, um ein freies, erfülltes Leben zu leben. Vorgesehen sind 2 Seminare pro Jahr, die in Deutschland stattfinden.

Eine schamanische Reise, wie wir sie in Moteloy anbieten, ist optional – wichtig ist, das ein Praxisseminar gemacht wird, das kann auch eine andere Reise an einen Ort der Sehnsucht sein.Die Ausschreibung dazu werde ich in den folgenden Monaten ausarbeiten, ins Netz stellen und rundmailen.

Dieses Jahr werden wir nur eine feste Gruppe anbieten, diese findet im August statt und wird 2 Wochen im Camp sein und 1 Woche das heilige Tal der Inka bereisen und den Machu Picchu besuchen. Auch diese Ausschreibung folgt in den kommenden Wochen.

Ansonsten stehen wir offen für Gruppen, die uns besuchen möchten. Ob mit oder ohne meine Übersetzungskünste...ich denke, da sind alle Möglichkeiten offen. Bitte mich ansprechen.

Nach wie vor Einzelbetreuung und Intensivgeschichten geben...:-)

Francisco reist dieses Jahr nur einmal nach Deutschland – es ist noch nicht klar, ob sich da mehr der September/ Oktober anbietet, oder eher Juni/Juli. Wenn jemand den Wunsch verspürt, ein Seminar mit ihm anzubieten – bitte rechtzeitig melden, damit wir die Termine koordinieren können.

Schildkrötennews 2012/1

Mit Schreck stelle ich fest, der letzte Eintrag ist von Oktober....:-(

Eine Reise im Winter...November und Dezember, Vorweihnachtszeit in Deutschland. Für mich wunderschön, ist es doch eine der stillsten Zeiten des Jahres, wo sich die Oberfläche beruhigt, alles zur Ruhe bis hin zum Stillstand kommt. Vorbereitungen für Weihnachtsgeschenke, Lichtgaben – die neue Impulse bringen sollen für das kommende Jahr. Wir erlebten die letzten Sonnenstrahlen und den Schnee. Viele Menschen die in vorweihnachtlicher Hast, alles Mögliche und Unmögliche noch erledigen wollen, andere Menschen, die in eine schwierige Zeit kommen, in die dunkelste Zeit des Jahres, Abschied, schwierige Familienfeste, schwierige Erinnerungen. Eine Zeit der Schattenarbeit. Auch unsere Schatten zeigen sich. Vieles geht schon besser wie das letzte Mal, mehr Zeit zum Ausruhen, weniger Zerrissenheit – aber Francisco fehlt der Aufenthalt in der Natur die Arbeit im Freien, sein Ausgleich zur Heilarbeit. Für ihn eine Erfahrung von „das Laub färbt sich, Winde kommen, es wird kalt, das ist Rauhreif, das Frost...oh, und wenn Schnee kommt, verschwinden die Straßen...das ist beängstigend“. Am Schluss ging er nur noch aus dem Haus, wenn es sein musste. Trotzdem war für ihn sehr interessant, da er ja keine jahreszeitlichen Klimawechsel kennt, kein Sonnwend und welche Rituale sich aufgrund der geografischen und klimatischen Gegebenheiten bilden. Alles in allem wieder eine reiche Erfahrung.

Wir kamen zur Klarheit, wie wir arbeiten wollen und wie nicht. Es gab auch einige schmerzhafte Momente, wegen Missverständnissen, die sich nicht ausräumen liessen. Einige der Herausforderndsten waren die größten Lehrmeister. Beschäftigen tut uns immer wieder die Frage, wie wir möglichst große Nachhaltigkeit zu erzeugen können.

Unserer Überzeugung nach geschieht Nachhaltigkeit nur durch innere Wachstums- und Transformationsprozesse. Das nur das, was sich in uns wandelt, tiefgreifende Veränderung erzeugen kann. Spiritualität ist für uns keine konsumierbare Ware, kaufbar, in Seminareinheiten verpackbar.... Spiritualität ist für uns der Schlüssel, das eigene Leben zu gestalten. Das Leben und seine Hindernisse sind für uns dazu da, zu größerer Stärke und Kraft zu heranzuwachsen. Die Spiritualität ist für uns der Schlüssel, um zur Schöpfungsebene Zugang zu gewinnen. Die individuelle und kollektive Existenz sind das Buch aus dem wir lernen. Menschen zu lehren von ihrer Schöpfungskraft Gebrauch zu machen, das Göttliche in sich zu realisieren und Gott durch sich Mensch werden lassen ist unser Anliegen und das größte Geschenk für uns. Mit unserer Arbeit in Peru wie in Europa – einen heiligen Raum zu bilden, in dem Menschen wandeln können, was sie wandeln möchten. Kurzgefasst: einen Heilungsraum zu bilden

Für uns ist das Leben der Abdruck des Traumes, den wir in unserem Inneren träumen. Die sogenannte Realität der Spiegel, in dem wir das, was in uns wirkt, erkennen können. Damit wird die geistige Schöpfungskraft und deren Bewusstwerdung unsere persönliche Verantwortung. Die geschaffene Realität der Zugang und Wandlungsraum zu den im Unterbewusstsein angesammelten, teilweise abgespaltenen Erfahrungen, Einstellungen und Glaubenssätzen. Mit Fragen wie „Welche Teile in mir erschaffen welche Realität? Welche Glaubenssätze sind in mir am wirken?“ wird das Leben für uns zum persönlichen Forschungsprojekt.

All dies realisiert sie sich für uns in allen Menschen in großer Bescheidenheit. Das bedeutet für uns, jeden Tag zu leben, zu essen, zu trinken, zu schlafen, zu antworten, zu versorgen, zu hüten, zu kämpfen, zu schützen, zu verzeihen...kurz gesagt zu lieben - mit all seinen Herausforderungen und seinen Enttäuschungen, ohne den Blick auf das zu verlieren, was wir wirklich wollen - mit einem großen Ja zu uns selbst und zu dem, wo wir im Moment stehen. Der Schlüssel ist für uns, dass Gott Liebe ist. Ihn tief in uns aufnehmen zu wollen, in unser mater-ielles Sein und das Bild der ewigen inneren, der alchemistische Hochzeit zu feiern.

Die Anstrengung, derer es bedarf nach Peru zu kommen, ist für viele Menschen ein Joker in dieser Arbeit. Es bedeutet, dass jene, die kommen, meist auch nachhaltigere Ergebnisse erzielen. Sie wissen, das es ein ganz besonderer Zeitraum ist, meist unter größeren Opfern aufgebracht. Das Ziel ist meist eine Basis, eine Wende in ihrem Leben zu schaffen und sich dem initiierten Prozess mit ganzer Leidenschaft hinzugeben. Die Reise gleicht einem Initiations - Zeitraum, in dem sie bestimmten Dämonen und Herausforderungen begegnen und dazu all ihre Kräfte bündeln müssen. Aber danach wissen sie auch, dass sie über diese Kräfte verfügen und sie jederzeit einsetzen können zur Verwirklichung des eigenen Lebensziels.

Nach unserem Aufenthalt in Deutschland hatten wir sofort Gäste. Eine Besucherin hat sich gleich für 4 Monate angekündigt am Leben des Camps teilzunehmen und Einblick in unseren schamanischen Alltag zu bekommen.

Mitte Januar haben wir mit Bauarbeiten begonnen. Wir haben unseren „Nahrungsraum“ erweitert, das Esszimmer, das jetzt auch ein richtiges Wohnzimmer ist. Wildo und Jose bauen gerade das 2. Sofa – mit purpurroten Sitzbezügen...

Alberto baut mit Danilo Brücken – die erste Brücke (sie verbindet Haupthaus und den Aufstieg zum Tempel) nannte er Puente del Amor. Die 2. Brücke, welche Klo, Haupthaus mit einem Wohnhaus (neu) und einem Atelier (auch neu) verbindet, wird stolze 40 m lang und soll Puente Alberto heissen:-) Vielleicht stellt Verena noch ihre kleine Baudokumentation rein, da sie genau aufgenommen hat, wie die Menschen hier konstruieren, hämmern, sägen, auf Dächer klettern und dabei noch Mapachos (Dschungeltabak) rauchen. Für unsere Arbeiter ist Verena mit ihrer Wertschätzung wie Balsam auf ihre Blasen und die schmerzenden Muskeln nach der harten Arbeit. Dann gehen sie nachts mit ihr manchmal Krebse und Fische fangen oder überlegen sich sonst, womit sie ihr Freude machen könnten. Ihnen ist bewusst, das für einen Menschen, der die Möglichkeiten gewöhnt ist, die eine Großstadt bietet, das eintönige Leben des spirituellen Rückzugs eine große Herausforderung ist.

Aber es gibt auch die kleinen Freuden, die uns die Natur schenkt, beispielsweise dass wir die erste neugeborene Schildkröte in Moteloy gefunden haben oder das kleine Krokodil, welches sich Moteloy angenähert hat.

In der Zwischenzeit sind wir schon wieder am Reisen planen. Wir haben dieses Jahr ein dichtes Programm an Besuchern für Moteloy und es ist uns zum ersten Mal passiert, dass wir einem Menschen, der kommen wollte, keinen passendenTermin anbieten konnten:-(

Wir werden Juni und Juli in Deutschland sein. Die Termine findet ihr, sobald sie feststehen, auf der homepage.

Nachtrag: Mir fiel auf, dass ich einen wesentlichen Punkt vergessen habe zu erwaehnen....naemlich, wo wir mit unseren ganzen Aktivitaeten stehen:-)

Also, wir haben ein neues Haus gebaut. Ein Arbeits-, Holz-, Kohle-, Saegespaehnehaus. Und Mathias hat ein eigenes Haus bekommen. Nachdem er bei seiner Zwangsevakuierung nach Tamshiyacu angefangen hatte Consuelo's Dach auseinander zu nehmen, ist er jetzt wieder bei uns und macht nur gelegentliche Ausfluege in unsere Kueche.

Francisco's ewige Baustelle, der Teich. Er wird immer groesser...und wir mussten ein paar Baeume faellen, weil sie Umsturz gefaehrdet waren. Das Gesicht von Moteloy hat sich also etwas veraendert.

Vermutlich werden wir Juli, August in 2012 in Deutschland sein.

Schildkrötennews 2011/2

Schon lange sind diese ueberfaellig, zwischenzeitlich gibt es viel zu berichten...Wiederholungen bitte ich zu entschuldigen.

Angefangen muss ich mit der vorletzten Diaet. Eine schamanische Daiet besteht aus dem Verzicht auf Zucker, Salz, Fett, Alkohol und Sex, bedeutet Isolation vom herkoemmlichen Alltag – gleichzeitig wird eine Meisterpflanze eingenommen, die heilt und das Heilen und den Schamanismus lehrt. Jeder HeilerIn und SchamaneIn hat hier im Amazonas so das Heilen gelernt und die unsichtbaren Welten bereist.

Einerseits konfrontiert die Isolation mit allen unbearbeiteten Themen andererseits aktiviert, die Heilpflanze bestimmte Themen, die anstehen. In dieser Zeit verbindet sich der Mensch intensiv mit dem Heilwissen der Pflanze und asilmiliert dieses. Diese Pflanzen koennen Visionen erzeugen aber auch verschiedenste Koerperempfindungen, wie Schwindel, Uebelkeit u.a. mehr erzeugen. Die Erfahrungen mit der Medizin sind teilweise sehr persoeenlich, haben aber gleichzeitig allgemeingueltigen, universellen Charakter, die die gesammte Menschheit und den menschlichen Organismus betreffen.

In unserem Falle war uns wichtig uns auf unsere erste Deutschlandreise vorzubereiten. Zahlreiche Ungewissheiten plagten uns damals, u.a. ob eine Arbeit, fuer die uns so wenig Zeit bleibt, sprich Einzelbehandlung und Seminarrahmen ueberhaupt sinnvoll ist. Desweiteren hatten wir natuerlich persoenliche Themen…

Die Diaet war sehr erfolgreich, fuer mich persoenlich, da meine erste Diaet, auch schwierig, da ich keine Erfahrung hatte, mit dem, was auf mich zukommt. Die Isolation brachte alle Themen in einer Weise, wo ich keine Ahnung hatte, wie ich dieses loesen koenne. Interssant war – einfach in dem Durchleben all dessen was kam, in der bedingungslosen Annahme meiner selbst, fand sich die Aufloesung wie von selbst. Nach 3 Wochen Diaet war ich voller Kraft. Erstmal ohne Zuversicht, die dann aber schnell kam, als ich sah, wie sich alles, was lange Widerstand hatte sich zu verwirklichen, geschah.

Zum einen konnten wir die Gruendung des gemeinnuetzigen Vereins El Peunte de Amistad hier in Peru notariell begruenden. Somit haben wir hier fuer die Arbeit, Patenschaften, Schutz des Medioambientes und Reforestation, Schutz und Ausuebung der traditionellen Medizin und des Schamanismus die rechtlichen Voraussetzungen. Das fuehrte dazu, dass wir einiges an Terrain dazukaufen konnten. Ein ehemaliger Besucher aus der Schweiz hatte fuer seinen Betrieb quasi ein Oekoprojekt damit gemacht. Er ist der rechtliche Besitzer, aber wir sorgen dafuer, dass dieses gekaufte Terrain gepflegt und aufgeforstet wird. Zum anderen haben wir die offizielle Anerkennung und Registrierung als spirituelles, schamanistisches Camp im Amazonas bekommen.

Unser Besuch in Deutschland erwies sich als fruchtbar. Die Arbeit war intensiv und fruchtbar, die Menschen, die sich uns anvertrauten konnten in gutem Mass von unserer Arbeit profitieren. Das ist fuer uns noch das schoenste Geschenk. Neben dem, das sich viele schoene Freundschaften ergaben.

Nach unserer Rueckreise hatten wir unser naechstes Pilotprojekt: Die Reise nach Cusco, Machu Picchu, heiliges Tal der Inka, Titicacasee, Arequipa, Cañon de Colca und Nasca. Es war eine anstrengende Reise, denn Reisen in Peru ist anstrengend, zeitintensiv und bewegt sich ausserhalb der Komfortzone – und wir hatten nur sehr wenig Zeit, dabei die Verantwortung, das alles klappt. Der Hoehepunkt wiedererwarten war Machu Picchu. Nie hatten wir gedacht, dass ein Ort, der touristisch so frequentiert wird, seine spirituelle Energie tatsaechlich bewahrt. Es ist unglaublich, welche Energie dieser Ort manifestiert, obwohl taeglich 1500 BesucherInnen durchjagen, die Preise voellig ueberhoeht sind und alles kommerzialisiert ist. Es gab viele besondere Momente, die in Renalds Reisebericht nachzulesen sind. Dank an ihn, fuer die Muehe, die er sich gemacht hat!

Wir wollen es wieder machen, das naechste Mal mit etwas anderen Schwerpunkten und mit der Vorwarnung, das seine spirituelle Reise den Menschen immer an seine persoenlichen Grenzen bringt, wir sie aber gemeinsam ueberwinden – als Gruppe. Das einfach Reisen, d.h. nicht in der Luxusschiene, die in Peru natuerlich auch zu haben ist, wollen wir beibehalten. Uns ist es wichtig, dass die Menschen, die aus Europa kommen, die alltaegliche Realitaet Perus genauso kennenlernen, wie seine anderen Bersonderheiten.

Es ging in einem Atemzug weiter – auf dem Rueckweg schon holten wir unsere naechsten BesucherInnen ab. Diesmal war mein Sohn Gabriel dabei. Welche Freude fuer mich! Mit ihm, bzw. kurz vor ihm hatten wir auch 2 neue Bewohner fuer Moteloy geschenkt bekommen – 2 Welpen, wovon jedoch einer in unserer Abwesenheit Cusco starb. Er hat einen Stellvertreter bekommen: Artus….seine Kollegin heisst Leika. Hunde, die fortan zu Moteloy gehoeren. Sie bereiten uns viel Freude, mit Bobby sind sie ein auesserst wildes Trio.

Neben all dem Schoenen gabe es auch Schwieriges…. Franciscos Tochter wurde kurz vor der Geburt ihres Kindes krank; ihr Mann und sie sind seither bei uns im Camp zur Behandlung. Fuer die Eltern war es eine schwierige und sorgenvolle Zeit. Aber die jungen Leute sind sehr hingebungsvoll in ihrer Behandlung und am diaetieren ihrer Medizin. Dank der Unterstuetzung einer lieben Freundin aus Deutschland und dem Zusammenhalt der Familie waren auch die finanziellen Engpaesse ueberwindbar – diese Unterstuetzung, dieser Rueckhalt und die Solidaritaet, die sie erfahren durften, ist ein wichtiger Teil des Heilungsprozesses .

Nachdem der letzte Besucher gegangen war, haben wir mit unserer naechsten Vorbereitungsdiaet begonnen. Nun stehen wir am Ende dieser. Morgen ist die Abschlusszeremonie. Wir hatten die Begleitung eines jungen Amerikaners, der einen Ort gesucht hatte, wo er sein Leben aufraeumen kann, haben gemeinsam mit ihm diaetiert.

Diese Diaet war sehr speziell, ungemein kraftvoll. Themen kamen und wurden miteinander geteilt, wie: Was ist Wahrheit? Was ist Liebe? Die Arbeit und Befreiung der eigenen Gefuehle, um in die Kraft zu kommen, Mannsein, Frausein, die spirituellen Moeglichkeiten der sexuellen Beziehung, der Paarbeziehung ueberhaupt, dies auf Hintergrund der spirituellen Lehren der Inkas, die im geistigen Raum immer zugaenglicher werden…und vieles mehr.

So werden wir hier jetzt vor unserer Abreise die anstehenden Dinge in Ordnung bringen und dann freuen wir uns auf ein Wiedersehen in Europa – diesmal werden wir neben der Schweiz voraussichtlich auch noch nach Oesterreich reisen! Die Termine befinden sich weitgehend auf der homepage, die Restlichen werden zugefuegt, sobald sie bekannt sind.

 

Schildkrötennews 2011/1

 Weihnachten begann mit einer Zeremonie von Francisco und mir und dann kam eine lange Phase von Besuchen aus Europa. Wie schon angekuendigt durch unsere eigenen inneren Themen mit Fragen der Liebe – zu sich selbst, zu anderen, Liebe zur Natur, wie sich hier in der Selva zeigt. Immer wieder erleben wir, dass es kein isoliertes therapeutisches oder schamanisches Sein gibt - das BesucherInnen und wir gemeinsam an einem bestimmten, größeren Themenfeld arbeiten. Auch zeigte sich immer wieder, wie unrealistisch, widerwillig unsere Liebe zur Mutter Erde und unserer menschlichen Existenz ist, zu all den Herausforderungen, den Lebensbedingungen, aber auch zu ihren Lebewesen.

Gerade hier in der Selva, wo sich vieles nicht ausschließen lässt, wo andere Gesetze herrschen – wo alles und auch nichts passieren kann. Menschen, die durch ihre Phobien gesteigertes Interesse an bestimmten Spezien haben, die von der Aufmerksamkeit, die ihnen geschenkt wird, auch wie gerufen kommen. Die Suche nach einer inneren Haltung, welche weniger aufwühlende Folgen hat...die Suche nach der Liebe zu den Lebewesen und gleichzeitig zu sich selbst. Viele Fragen der Partnerschaft, die Liebe fürs Leben betreffend, der Wunsch, die Isolation des eigenen Körpers, der eigenen Existenz aufzubrechen. Was gebe ich dafür auf, wo verrate ich mich, was bin ich bereit zu geben? Die Liebe als spiritueller Weg mit Transforamtionsprozessen, die in Unbekanntes führen.

Aber auch die Unberechenbarkeit eines amazonischen Schamanen (verzeih mir Francisco, diesen Vergleich), der nicht wie ein Bankangestellter pünktlich funktioniert. Die Herausforderung, mit einem durch ihn gesteuerten Prozess zu gehen – Vertrauen in das Fremde, Unbekannte zu haben.

Medizinische Herausforderungen und ein Heilungskonzept, welches auf der Erfahrung beruht, dass die Pflanze den Weg zur Heilung in dem Menschen sucht, mit dessen Seele zusammenarbeitet. Schmerzen erweckt, die längst vergangen waren und die Angst, sie werden bleiben – statt wie angekündigt auf immer zu verschwinden...und immer wieder die Erfahrung, das alles schon von Anfang an da war, ungesehen und unerkannt – und das die Erkenntnis dessen schon ausreicht, um die notwendigen materiellen Veränderungen herbeizurufen.

So weiss ich nicht, ob es verständlich ist, was ich in diesen zusammenfassenden Worten beschreiben will – aber vielleicht erläutern es ja die Berichte unserer BesucherInnen, die hoffentlich bald geschrieben und uns geschickt werden.

Nachdem Franciscos Visa genehmigt war, kundschafteten wir die Reise nach Cusco und in die Kordillieren aus. Die Reise war spannend, es ist hier im Dschungel definitiv die ärrmste Gegend...obwohl hier die Regierung am meisten Geld herausholt.

Die ersten Patenkinder haben ihre Vorbereitungsstudien aufgenommen und haben am 27. 3. ihr Examen, welches bestimmt, ob sie einen Studienplatz bekommen. Ein 3. Patenkind darf Krankenschwester studieren – und wird schwanger....gemeinsam sucht die Familie Lösungen, damit sie diese einzigartige Chance zu einer Berufsausbildung wahrnehmen kann, trotz Kind.

Nach unendlichen Mühen konnten wir heute die Bücher zur Vereinsgründung hier in Peru zum bestätigen bringen. Für mich ist die peruanische Bürokratie sehr interessant – wenn man Geld an die richtigen Stellen steckt, dann erspart man sich wirklich viel Mühe und Warten...Francisco hat den Namen El Puente de la Amistad ausgesucht. Dieser gemeinnützige Verein hat die gleichen Ziele wie der deutsche Verein – Schutz des Regenwaldes, Förderung der Schulbildung, Hilfe zur Verbesserung der Lebensumstände armer Familien und Ausübung der traditionellen Heilkunde. Wenn Gott und die peruanische Umständlichkeit will, dann bringen wir den Verein noch gegründet vor unserer Deutschlandreise.

Neben all diesen Aktionen gab es immer wieder Sorge und Gespräche mit der deutschen Botschaft, da es sowohl vertrauenswürdige SchamanInnen gibt – aber auch Fälle, die sich häufen,wo Menschen, die Ayahusaca in ungenügend geschützten Raum genommen haben – vergewaltigt, ausgeraubt wurden oder suizidgefährdet waren. Die Frage, ob sich nicht die vertrauenswürdigen SchamanInnen zusammenschliessen könnten. Einerseits stösst das immer wieder auf Widerstand – andrerseits haben wir immer mehr Menschen in unserem Umfeld, die genau auch das möhten. Bald werden die ersten SchamnInnen-Zeremonien stattfinden – zum Schutz und Erhalt des Regenwaldes, der Menschen und der traditionellen Medizin.

Dann haben wir einen dynamischen Unternehmer kennengelernt, der sich an unserem Regenwaldschutzprojekt beteiligt. Seine Firma kauft als ökologisches Projekt Regenwald in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, um es dann zur Wideraufforstung und Pflege – von der Nutzungsbindung befreit, uns hier in Moteloy zu überlassen, bzw. vielleicht dann später dem Verein zur Pflege zur Verfügung stellt. All das sind wunderbare Aussichten, die uns sehr freuen.

Die nächsten 3 Wochen werde ich diätieren – zu meiner eigenen Heilung, aber auch mit 2 Meisterpflanzen, um noch besser das Heilen hier zu verstehen. Auch um Kraft, Klarheit und Inspiration für unsere Deutschlandreise zu sammeln.

Francisco ist hier noch in die Präsidentschaftswahlen verwickelt – interessant, es ist ähnlich wie bei uns, eigentlich gibt es keine Wahl, lediglich ist die Opposition etwas zu beeinflussen und selbst da ist man manipuliert. Dann geht er auch noch für 2 Wochen in Diät.

Und dann geht es auch schon los!

Wir freuen uns auf alle, die wir wiedersehen werden!

 


Schildkrötennews 2010

Wintersonnenwende - 21. Dezember 2010 
Für alle, die uns begleiten, mit ihrem Herzen, mit ihrem Geist und ihren helfenden HÄnden – fÜr die, die bei uns waren, und uns halfen auf dem Weg der Liebe und des Lebens weiterzugehen und zu weiterzulernen – dieser Brief ein Dank, ein ganz herzlicher Dank. In seiner IntimitÄt auch ein Dank fuer Euer Vertrauen, welches ihr in uns setzt und gesetzt habt und immer noch entgegen bringt.

Zwar sitze ich hier in einem Land; in dem es kein Sonnwend gibt, die äquatornähe gibt permanente Wärme und doch hält mich die Gewohnheit, wie jedes Jahr an Wintersonnwend zu fragen, was denn in dieser dunkelsten Nacht sterben will, was zu ende gehen will und was der Lichtfunke darin ist, der geboren werden will. Welchen Lichtfunken ich dann als mein eigenes Christkind an Weihnachten bzw. an Heilig Abend feiern will – gleichzeitig zusammen mit so vielen anderen Menschen unterschiedlichster Kulturen ist Weihnachten ein kraftvolles, spirituelles Ereignis. Es ist das uralte und immerwährende Lied der Erde, in ihrem Einweihungsgeschehen das irdische Gefäß zu wandeln um das göttliche Licht noch reiner und farbenprächtiger durch sich hindurch strahlen zu lassen.

Die Themen die aktuell sind, zeigen mir, welche Bereiche von der geistigen Welt derzeit akzeptiert sind, welche sie zur Wandlung mit Energie versorgen. Hier in Moteloy sind 2 Themen besonders aktiv – Liebe und Schönheit. Beides lebt gerade intensivst auf den unterschiedlichsten Ebenen – Gestaltung des Camps, Familienleben, Gestaltung und Leben von Beziehungen – die Schönheit und der Schmerz in den verschiedensten Ereignissen und Zufällen.

In dieser Nacht legte ich mich Schlafen mit dem Gedanken an die unterschiedlichen Formen des Liebens – an den Unterschied zwischen lieben und um oder für die Liebe zu kämpfen.
Lieben setzt Vertrauen in das Leben, welches für mich durch Mutter Erde repräsentiert wird, Vertrauen und Mut in sich selbst und in Gott – dem geistigen Prinzip voraus. Das Vertrauen in das, dass wir wissen, alles, was wir erleben, hat seinen Sinn, es ist der Traum, den wir träumen...und wir nur erwachen brauchen. Ich glaube, den Traum, den wir alle träumen bis zu einem gewissen Punkt des Erwachens oder des Müdeseins dieses Traumes... ist der Traum des Geliebtwerdens, zumindest war es meiner – möge doch endlich jemand kommen, der mich liebt, so wie ich geliebt werden möchte...so wie mich Gott liebt. Mir den Wert in seinem Leben geben, der mir zusteht, mir den Platz in seinem Leben der mir gebührt. Gesehen, erkannt und geliebt .....

Dadurch, dass wir alle aus unseren Begrenzungen heraus lieben, ist die Form der Liebe individuell. Der Mensch kann nur so lieben, wie er sich selbst liebt – und Seelen können noch so sehr in Liebe verbunden sein – wenn ich nicht verstehe, meiner Liebe einen Ausdruck zu geben, eine Form finde, die mir und dem Anderen entspricht, dann fühle entweder ich mich oder der Andere ungeliebt. Wir kämpfen darum, das der von uns geliebte Mensch sich aus seinen Begrenzungen befreit, damit er mich endlich lieben kann, so wie ich es brauche. So ist die Selbstliebe und Selbstannahme sicherlich ein Schlüssel, der die eigene Liebesfähigkeit befreit.

Liebe und Schönheit

 


 

16. Dezember 2010
Diese Woche ist Iquitos angesagt – Einkaufe, Aufenthaltsgenehmigung etc. – die peruanische Buerokratie hat es in sich – aber langsam und sicher schreiten wir voran. Vermutlich bedeutet das nochmal nach Lima auf die deutsch Botschaft zu reisen. Wir werden das verbinden, um Cusco und die geplante Reise zu den Mysterienstaetten am Amazonas auszugucken.

Die Ankunft der "Neuen" rueckt naeher und wir sind schon voller Vorfreude und Neugier. Damit kam auch eine Einladung zum Schamanenkongress nach Hamburg am 14.5.2011 – was fuer eine schoene Moeglichkeit fuer uns, unsere Arbeit hier in Peru vorzustellen.

Dann haben wir alle Universitaeten und Akademien in Iquitos besucht um die Schulabgaenger, welche Paten und Patinnen haben, besser beraten zu koennen. Erstaunlich ist, wie wenig die Menschen hier ueber ihre Moeglichkeiten wissen. Auch das eine grosse Angst ist, sich den Bewerbungen zu stellen. Wieviel Ermutigung es braucht zu schauen, wo man denn selbst in dem ganzen Bildungssystem den eigenen Platz finden koennte.

 


 

7. Dezember 2010
Angekommen....nach der Kälte in Deutschland ist selbst die feuchtwarme Luft hier eine Wohltat. Es regnet viel in dieser Jahreszeit – irgendwie habe ich immer noch nicht begriffen, ob wir jetzt Sommer, Winter – jedenfalls haben wir Regenzeit. Und stehen zu Beginn des Otoños. Es bedeutet, dass es schwierig ist, von einem Ort an den anderen zu kommen. Moteloy war wohlauf und die Wiedersehensfreude gross.

Im Moment gibt es Mangos, Ananasund immer noch Papayas in rauhen Mengen – für meinen wintergewohnten Körper eine Wohltat. Morgens aufstehen, nicht zuerst wie in Deutschland meine mails zu lessen, sondern zu meditieren, Träume aufschreiben – den espiritus kontaktieren ist noch ungewohnt. Die Stille der Naturgeräusche in Moteloy umfangen mich wie Streicheleinheiten für meine Seele.

Gabriel, unser weisser Gockel musste ins Dorf zu Consuelo ziehen, da er die ganzen liebevoll gesetzten Jungpflanzen anknabbert. Matias, unser grüner Papagei, der im Dach lebt, spricht munter vorsich hin – jedoch runiert er dabei das Dach. Trotz aller Integrationsgedanken... irgendwie scheinen wir uns auch hier verabschieden zu müssen. Bobby geniesst die Hautknochen, die Gabriela ihm mitgeschickt hat – eigentlich eine Verrücktheit , so etwas tausende Kilometer weit zu transportieren. Aber es ist auch ein von Herzen kommendes Geschenk gewesen...

Langsam angekommen in der neuen Zeit sind wir am Holzkohle machen – zum Kochen. Nebenher laufen die Anträge zur Gründung des gemeinnützigen Vereins hier. Die Jugendlichen beginnen im Januar mit einem vorbereitenden Kurs, es müssen Unterkünfte gesucht warden, der Verein hier auf die Füsse kommen und schauen, wie wir die Patenschaften vergeben. Irgendwie scheint das Prinzip "der zuerst kommt, malt zuerst" nicht das stimmige Motto zu sein. Mir ist aber wichtig, dass die Menschen, die daran beteiligt sind, wirklich mit der Entscheidungsform, wie Patenkinder auszuwählen zu sind, einverstanden sind. Es scheint, dass es darüber erst noch eine Generalversammlung geben muss. Inspirationen, sowie neue Patinnen und Paten sind herzlich willkommen.

Sabine hat gute Arbeit geleistet, was die Einladung von Francisco und die Seminare in Deutschland angeht. Ich bin zuversichtlich, was das Visa angeht und wir werden unser Möglichstes von hier aus tun.


November 2010

Angelika Maria Kotzur ist in Deutschland, um die Veranstaltungsreise im Mai/Juni 2011 vorzubereiten.